Der spirituelle Anfang unserer Galerie geht auf den 8. August 2020 zurück, doch ihre Geschichte reicht noch weit darüber hinaus. Das Gebäude ist genauso alt wie die es umgebende Altstadt. Nun aber steht das Einstige neu erstanden da, um ein Zuhause für das zu werden, wozu es vielleicht schon immer bestimmt war: die Kunst. Dieser Ort ist das Herz von Szentendre – eine von der Kör-Straße umschlossene, herzförmige „Insel“ im Mittelpunkt der sich schlängelnden und windenden Gässchen. Wie Pulsadern gehen diese von ihm aus und reichen in die verschiedenen Teile der Stadt, um die lebensspendende Energie bis in den letzten Winkel zu tragen. Es ist ein sakraler Ort, an dem die Energien der Erde an die Oberfläche drängen, um in die obere Welt zu strömen. Ein Wald von Kirchtürmen umgibt ihn, um seine Ruhe zu hüten und ihn vor Disharmonie und Chaos zu schützen, von woher sie auch hereinbrechen mögen. Sie wachen wie riesige Hüter, und die Klöppel ihrer Glocken schlagen die Stunde, um dem hier schlummernden Dasein das Vergehen der Zeit anzuzeigen. Denn hier verlangsamt sich das Leben, selbst der Herzschlag wird leiser, während die Zeit draußen unerbittlich fortschreitet. Die Seele öffnet sich hier und kehrt zugleich in sich ein – sie wird im selben Augenblick Teil des Universums und ganz sie selbst.
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