Spaziergang in der Innenstadt

In Szentendre herumzustreifen ist schon an sich ein unvergessliches Erlebnis. Wer jedoch nach kulturellen Eindrücken lechzt, sollte in eines der ungezählten Museen, in eine Kunst- oder Bildergalerie oder aber eine der Kirchen einkehren. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, greifen wir uns an dieser Stelle einige besonders markante Sehenswürdigkeiten heraus. Wir beginnen unsere Tour auf dem höchsten Punkt von Szentendre, dem Templom tér (Kirchplatz), von wo sich ein herrlicher Ausblick auf die Donau und die Stadt bietet. Die Geschichte der auf dem Platz stehenden römisch-katholischen Kirche reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Das gleichermaßen romanische, gotische und barocke Stilzeichen bewahrende Gebäude erhielt im 18.

Jahrhundert seine heutige Form. Wenn wir von hier aus in gleich welche Richtung in die Stadt hinunterstapfen, stoßen wir überall auf ein Museum. In Richtung Donau spazierend trifft man zuerst auf das Károly-Ferenczy-Museum, das ursprünglich vor mehr als 200 Jahren als serbisch-orthodoxe Schule gebaut wurde. Für kurze Zeit diente es als Serbische Hochschule für Lehrerbildung, später wurde in dem Gebäude eine Schule betrieben. Heute bietet es Raum für eine künstlerische Ausstellung, mit der die Werke der Ferenczy-Familie vorgestellt werden. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein weiteres Museum, das Margit- Kovács-Museum, das einzigartige Arbeiten der Keramikmeisterin präsentiert. Interessant an dem Haus aus dem 18. Jahrhundert ist zudem, dass es eigentlich als Salzhaus diente, um dann als Poststation und später noch als Handelshaus zu fungieren. Hiernach wollen wir den Besucher in eine wirklich originelle Ausstellung locken: Parallel zur Donau findet sich in der Dumtsa Jenõ utca das erste und größte Marzipanmuseum des Landes, dessen bezaubernde Figuren durch die Angehörigen der berühmten Szabó-Konditordynastie gefertigt wurden. Hier kann man angefangen von der lebensgroßen Schokoladenstatue des Michael Jackson bis zum Parlament allerhand Kuriositäten aus süßem Marzipan entdecken.
Nur 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet sich am Fuße des Pismány-Bergs Ungarns erstes Ethnographisches Freilandmuseum, der Skanzen. Von der Straße aus kann man die auf dem Hügel stehende Mándoker griechisch-katholische Holzkirche sehen, doch lohnt es sich, das gesamte Terrain von 46 Hektar zu durchstreifen. Die aus den verschiedensten Landesteilen stammenden Wohnhäuser, Werkstätten, Kirchen und Holztürme widerspiegeln detailgetreu die Volksbauweise der Ungarn und anderer Nationalitäten zur Jahrhundertwende. Das Lapidarium des Museums aus der Römerzeit präsentiert einstige Altarsteine, Steinsärge und Steinhauerarbeiten.
Wenngleich sich die kleineren Gassen der Ortschaft ohne jedes System und nur schwer nachvollziehbar winden und die Struktur der Innenstadt von Szentendre durch die winzigen Durchgänge, engen Gassen und Treppenaufgänge noch komplizierter wird, ist dies alles doch ein unverwechselbarer Teil des Stadtbildes. Gerade diese malerische Unordnung, die Menge der ineinander aufgehenden Straßen, Plätze und Durchgänge machen den Reiz, die Besonderheiten und das Außergewöhnliche an Szentendre aus.

Forrás: www.danubiusmagazin.hu